beat sterchi

World Trade Center, N.Y.N.Y. 31. Juli 1979


Der Film läuft. Es rattert die Perforierung, gewaltsam zwingen die Zacken Bild um Bild vor die Linsen. Man sitzt nur da und staunt.
New York ist die freundlichste Stadt der Welt. Geht man durch die Strassen und niest, sagt jemand „God bless you“!
Auf dem World Trade Center.
Starren hinunter.
Weit, weit hinunter in die Tiefe der grauen Stadt, in der eben jetzt unter der aufkommenden Sonne die blauen, roten, weissen Wagen und vor allem die gelben Taxis aufleuchten. Die Leute werden massenweise hier heraufgeschafft, sehen, was sie kennen und gehen wieder runter.
Ein kleiner Junge drückt die Nase an die Glasscheibe und sagt staunend:
„Imagine if you fell down“.
Ein anderer Junge antwortet:
„Oh shit“!
Aber auf dem Obeservatoriumsdeck, auf dem man sich wie an der Relling auf einem von Wasser umtobten Schiffsdeck vorkommt, sieht man allerdings, dass da nichts läuft mit Runterfallen oder etwa Runterstürzen.
„Oh man, he would have to jump down on the lower level, he would probably break an ankle, he would have to get over the electric wire, would have to climb accross barbed wire an by the time he would get over the fence, he’d be too exhausted to jump down"!
Midtown, das sind hochaufgeschossene Eiterbeulen in der dunstigen Ferne, nicht stabiler, nicht permanenter in ihrer senkrechten, gespannten Unwirklichkeit als platzende, quadratische, rechteckige, kantige, steife Luftbläschen, ein Wirrwarr, Unordnung, zur Mitte anlaufende Häufung ohne Farbe und ohne Form.
Auf dem Observatoriumsdeck jetzt der Ausruf einer Schweizerin, die eben eine von einem schweizerischen Ingenieur erbaute Brücke gesehen hat.
Und fünf Pfadfinder. Flott und sauber mit rotweissen Kravatten und einem kleinen Schweizerkreuz auf der sauberen Uniform. „Wenn es jetzt nur keinen Stromausfall gibt“, sagt der eine, während er seine Kamera wegpackt und sie sich auf die Rolltreppe zurück zu den Aufzügen begeben.


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